1. Phase
Mixed Media
Material und Struktur
Der Einstieg in meine künstlerische Tätigkeit begann mit der Technik der Collage, die mich jedoch sehr rasch zu den deutlich weiter reichenden Anwendungen und Möglichkeiten von Mixed Media führte.
Vorwiegend arbeite ich auf Leinwand, aber auch auf Holz und Papier. Meine Maltechniken variieren: Ich trage die Farben, hauptsächlich Acryl, mit Pinseln, Spachteln oder mit der Handfläche auf, schütte, sprühe oder lasse die Farbe auch nur auf das Bild tropfen. Es werden verschiedene Materialien – Papier, Textil, Karton, Fotografien, Spachtelmasse, Sand, Kohle, Wachs, strukturierte Elemente – geschichtet, gerissen und kombiniert, um Struktur, Haptik und unterschiedliche Oberflächen zu erreichen.
Bereits von Beginn an zeigt sich meine Vorliebe für die Farbe Rot, die ich gerne als dominierendes Element einsetze, als Symbol für Emotion, Energie und Intensität.
2. Phase
Modellierung
Von der Fläche in den dreidimensionalen Raum
Aus der Collage heraus entwickelte ich das Bedürfnis, Bildelemente nicht nur zu legen, sondern auch zu formen – ein Übergang in die Plastizität.
Diese Phase markiert den Beginn meiner Modellierungsarbeiten, in denen ich ikonische Motive – teils inspiriert von Warhols PopArt – dreidimensional interpretiere. Besonders prägnant zeigt sich dieser 3D-Stil in meiner Serie „Shoes“, in der ich Warhols Motive ironisch aufgreife und plastisch ausarbeite, sodass sie deutlich aus dem Bildkörper heraus in den Raum treten.
Die plastische Dimension erlaubt es, die Beziehung zwischen Form, Masse und Bewegung zu untersuchen und die Materialität selbst als Ausdrucksmittel zu begreifen.
3. Phase
Action Painting
Energie und Bewegung
Während der Modellierungsphase entstand bei mir das Bedürfnis nach unkontrolliertem Farbauftrag. Ich wandte mich dem Action Painting zu.
Nun steht der körperliche Ausdruck und der spontane Farbauftrag im Vordergrund. Ich schleudere, tropfe oder gieße die Farbe auf die Leinwand, inspiriert von Pollock – aber mit meiner eigenen Handschrift. Die Farbschichten entstehen teils durch kontrollierte, teils unkontrollierte Bewegungen und physische Intensität. Es gibt keine vorher festgelegte Komposition, das Bild entsteht intuitiv, ohne Planung oder Konzept.
Besonders wichtig ist mir der expressive Farbfluss sowie die bewusst unregelmäßige Randgestaltung, bei der die Farbe über die Leinwand hinausläuft und die Begrenzung des Bildträgers auflöst. Der Wunsch nach Freiheit und Ungebundenheit wird hier zum ersten Mal deutlich sichtbar.
In dieser Phase entwickelt sich eine Wechselspiel zwischen emotionalem Impuls und gestischer Freiheit.
4. Phase
Cut Action Painting
Die radikale Öffnung
Eine weitere Fortsetzung des Action Painting mündete in das von mir entwickelte „Cut Action Painting“.
Hier gehe ich über das rein Malerische hinaus. Ich schneide die Leinwand bewusst oder spontan mit einem Messer während des Malprozesses auf. Die aufgerissenen Leinwandteile schaffen eine neue Dimension, die das Bild nicht nur als Fläche, sondern als physischen Raum erfahrbar macht. Es entsteht somit eine Erweiterung des Bildraums.
Die Farbe kann durch die entstandene Öffnung entweichen, manchmal wird sie auf einer zweiten Leinwand dahinter aufgefangen.
Der Schnitt bedeutet Raum für Emotionen, Auflösung von Grenzen und ein persönliches Bekenntnis zur Echtheit, er ist ein künstlerischer wie menschlicher Akt.




